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ACHTUNG vor Anrufen und Mails wegen angeblicher offener Schulden bei WIN24!
[07.05.2017]

© Verein VPT

Es vergeht kaum ein Tag, an dem uns nicht eine Meldung zu einem Betrugsversuch erreicht. Die meistzen haben wir auch schon mehrmals erwähnt und davor gewarnt - diese Meldung allerdings hat eine neue "negative" Qualität:

Betroffene erhalten einen Anruf im Namen des Mahngerichts Berlin. Der erste Vorwurf lautet, man hätte auf eine Klagschrift, die per Mail zusgestellt wurde nicht gantwortet und es soll sich um eine offene Forderung der "Win24" handeln.
Die Anrufer drochen dann auch mit einer schriftlichen Vorladung per Einschreiben.
Tatsächlich finden die Betroffenen dann auch eine Mail mit der besagten Klagschrift. Die Mailadresse ist augenscheinlich eine des Amtsgerichts Berlin und in der Anlage findet sich der Vorwurf der noch immer bestehenden Mitlgiedschaft bei "Win 24".
Es wird die Möglichkeit aufgezeigt, die Klage in einem Schlichtungsverfahren abzuweisen und dazu soll man umgehend mit der Rechts- und Rechnungsabteilung der "Win 24" Kontakt aufnehmen. Die dazu passende Telefonnummer wir mitgesendet. Weiters wird mitgeteilt, dass beim Unterlassen der Rückmeldung das Verfahren eingeleitet wird.
In der Anlage befindet sich dann auch eine Klagschrift des Mahngricht Berlin mit Datum, Aktenzeichen und der Kontaktadresse und Telefonnummer des Mahngericht Berlin.

In der Klagschrift befindet sich dann auch ein Urteil, das vorläufig vollstreckbar ist und unterzeichnet ist dieses Urteil von einem Staatsanwalt Dirk Feuerberg.

Aufmachung und Format dieses Betrugsversuches sind sehr professionell und auch die Formulierungen sind in bekannter Amtssprache verfasst.

Na ja ....

Wenn man so ein Schreiben samt Anruf als Laie bekommt, dann kann es durchaus sein, dass Feuer am Dach ausbricht und sich ein wenig Panik breitmacht.
Vor allem, wenn man nun noch dazu nimmt, dass hier offenbar ein rund zehn Jahre alter Datenbestand wieder in Verwendung ist, wo die Betroffenen tatsächlich einmal bei "Win 24" - ich will mal sagen: Zwangskunde waren.
Damit stimmen dann auch gleich mal die Daten des Mitspiels, Geburtsdatum und oft auch nicht die Adresse, wenn man nicht verzogen ist.

Und obwohl an dem ganzen Schmarren natürlich nichts stimmt und alles erstunken und erlogen ist, berichtet das echte Mahngericht in Berlin, dass solche Fälle immer wieder vorkommen und Betroffene dann auch schon mal bis zu € 60.000,00 aus Angst vor Strafe bezahlt haben.

Die neue "negative Qualität" dieses Betruges liegt vor allem darin, dass die Aufmachung und das Format täuschend echt ist und der Vorgang in mehreren Stufen aufeinander abgestimmt abläuft. Anschreiben per Mail, Anruf, Klagschrift, etc.... alles nicht auf einmal, sondern in bekannter Amtsmanier in mehreren Etappen und zeitversetzt - ohne den typischen "jetzt sofort zahlen"-Druck dahinter.

Liebe Leser, dazu muss eines ganz klar gesagt werden:
Unabhängig davon, ob es nun tatsächlich eine Schuld gibt, oder nicht - sie werden von einem ordentlichen Gericht niemals eine Klagsschrift per Mail bekommen und auch niemals mittels eines Anrufes auf die eben erwähnte "Klagschrift" hingewiesen, oder aufgefordert, ein Unternehmen anzurufen, um ein Schlichtungsverfahren durchzuführen.
Das ist alles Quatsch, erstunken und erlogen - auch wenn es in noch so juristisch klingende Formulierungen gepackt ist, das ändert nichts daran, dass es ein Betrug ist.

Sollten Sie so einen Anruf, oder so eine Mail bekommen (dabei muss es sich nicht nur um "Win 24" handeln...), dann erstatten Sie Anzeige bei der nächsten Polizeidienststelle und zahlen Sie keinesfalls den geforderten Betrag!

Gerne helfen wir Ihnen dabei: sos@verein-vpt.at


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